Erdungsanlagen
Planung und Beratung
Planung von
- Erdungsanlagen für Gebäude nach DIN 18014 (Fundamenterder, Ringerder, Tiefenerder, Oberflächenerder)
- Schutzerdung und Potentialausgleichsanlagen nach DIN VDE 0100–540 und DIN VDE 0100–410
- Funktionspotentialausgleich und EMV-gerechte Erdung für sensible elektronische Systeme
- Blitzschutzerdung als Bestandteil des äußeren Blitzschutzsystems nach DIN EN 62305–3
- Stationserdung und Anlagenerdung für Mittelspannungsanlagen nach DIN VDE 0101
- Erdungsanlagen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen
- Korrosionsschutzkonzepte und Materialauswahl (V4A-Edelstahl, verzinkter Stahl, Kupfer) unter Berücksichtigung der Bodenverhältnisse
- Erdungsmesskonzepte und Prüfplanung für Erstprüfung und wiederkehrende Prüfungen
Wir nutzen
- DEHNsupport Toolbox für die normkonforme Erdungsplanung und Materialberechnung
- AutoCAD und Trimble für die 3D-Planung von Erdungsanlagen und Potentialausgleichsschienen
- Erdungswiderstand-Berechnungssoftware (spezifischer Bodenwiderstand, Wenner-Verfahren)
- DEHN Risk-Tool für die kombinierte Blitzschutz- und Erdungsplanung
- AVA-Programm (Cosoba) für Ausschreibungs- und Projektabwicklung
- BIM-fähige Planungswerkzeuge für die integrale Erdungsplanung im Gebäudemodell
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ERDUNGSPLANUNG | ERDUNGSANLAGE FACHPLANUNG | PLANUNG ERDUNGSANLAGEN
Eine fachgerecht geplante Erdungsanlage ist die unverzichtbare Grundlage für den sicheren Betrieb jeder elektrischen Installation, den wirksamen Blitzschutz und den zuverlässigen Schutz von Personen und technischen Einrichtungen. Wir planen Ihre Erdungsanlage ganzheitlich – von der Analyse der Bodenverhältnisse über die Auswahl des geeigneten Erdersystems bis zur vollständigen Ausführungsplanung nach DIN 18014, DIN VDE 0100–540 und DIN EN 62305–3.
Die Anforderungen an moderne Erdungsanlagen sind vielschichtig: Neben der klassischen Schutzerdung für den Personen- und Anlagenschutz müssen Erdungssysteme heute auch Funktionen für den Blitzschutz, den Überspannungsschutz, die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und die störungsfreie Datenübertragung erfüllen. Diese unterschiedlichen Anforderungen erfordern eine integrale Erdungsplanung, die alle Schutzziele von Beginn an berücksichtigt.
Auf Basis einer Analyse des spezifischen Bodenwiderstands und der baulichen Gegebenheiten wählen wir den optimalen Erdertyp für Ihr Objekt: Fundamenterder in der Bodenplatte oder den Außenfundamenten, Ringerder als geschlossener Ring um das Gebäude, Tiefenerder aus V4A-Edelstahl für Bestandsgebäude oder schwierige Bodenverhältnisse, oder Kombinationen daraus. Besonderes Augenmerk legen wir auf die korrekte Ausführung nach DIN 18014:2023 – insbesondere auf die Mindestbetondeckung, die Verbindungstechnik und die Anbindung an die Gebäudebewehrung.
Der Potentialausgleich verbindet alle metallenen Systeme im Gebäude – von der Wasserleitung über die Gasleitung bis zur Telekommunikationsinfrastruktur – mit der Erdungsanlage und verhindert so gefährliche Spannungsdifferenzen. Ergänzend planen wir den Funktionspotentialausgleich als geschlossenen Ring in der Bodenplatte, der wesentlich zur EMV-gerechten Gebäudeinstallation beiträgt und die Grundlage für eine störungsfreie Daten- und Nachrichtentechnik bildet.
Unsere Expertise umfasst die Erdungsplanung für Neubauten und Bestandsgebäude aller Art – von Wohn- und Verwaltungsgebäuden über Industrieanlagen und Rechenzentren bis hin zu Mittelspannungsstationen und Anlagen der erneuerbaren Energien. Durch den Einsatz von Building Information Modelling (BIM), 3D-Trassenplanung und normkonformer Berechnungssoftware stellen wir eine präzise, korrosionsgeschützte und zukunftssichere Erdungsplanung sicher.
FAQ
WAS IST EIN FUNDAMENTERDER UND WANN IST ER PFLICHT?
Ein Fundamenterder ist ein Erdungsleiter, der in den Fundamenten oder der Bodenplatte eines Gebäudes eingebettet wird. Nach DIN 18014 ist für jedes neue Gebäude eine Erdungsanlage erforderlich – in der Regel als Fundamenterder. Er dient als Basis für die Schutzerdung, den Potentialausgleich und ggf. den Blitzschutz. Der Fundamenterder muss als geschlossener Ring in den Außenfundamenten verlegt werden, mit mindestens 5 cm Betonüberdeckung.
WAS HAT SICH MIT DER DIN 18014:2023 GEÄNDERT?
Die Neufassung von 2023 trägt den Titel „Erdungsanlagen für Gebäude“ und ist breiter gefasst als der bisherige Fokus auf den Fundamenterder. Wesentliche Änderungen betreffen die Berücksichtigung moderner Bauweisen (WU-Beton, Perìmeterdämmung), bei denen die Erdkontaktfähigkeit der Bodenplatte eingeschränkt sein kann, sowie konkretere Vorgaben für Materialauswahl, Verbindungstechnik und Dokumentation. Zudem wird der Funktionspotentialausgleich als Ring in der Bodenplatte ausdrücklich behandelt.
WELCHE ERDERTYPEN GIBT ES UND WANN WIRD WELCHER EINGESETZT?
Die gängigsten Erdertypen sind: Fundamenterder (in der Bodenplatte oder den Streifenfundamenten – Standard für Neubauten), Ringerder (geschlossener Ring außerhalb des Gebäudes, Maschenweite max. 20 × 20 m), Tiefenerder (Stab aus V4A-Edelstahl, mind. 9 m tief – ideal für Bestandsgebäude und schwierige Böden) und Oberflächenerder (horizontal im Erdreich verlegt). Die Wahl richtet sich nach Baugrund, Bauweise, Korrosionsbedingungen und dem geforderten Erdungswiderstand.
WARUM IST DER KORROSIONSSCHUTZ BEI ERDUNGSANLAGEN SO WICHTIG?
Erdungsleiter sind dauerhaft aggressiven Bodenverhältnissen ausgesetzt. In den letzten Jahren wurden verstärkt Korrosionsschäden an feuerverzinkten Erdern beobachtet – insbesondere wenn verzinkte Erder im Erdreich mit der Bewehrung eines Fundamenterders verbunden sind (galvanische Korrosion). Daher ist feuerverzinkter Stahl im Erdreich bei bewehrten Bodenplatten nicht mehr zulässig. Stattdessen kommen V4A-Edelstahl (Werkstoff 1.4571) oder Kupfer zum Einsatz. Die korrekte Materialauswahl ist ein zentraler Bestandteil der Erdungsplanung.
WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN SCHUTZERDUNG UND FUNKTIONSERDUNG?
Die Schutzerdung dient dem Personenschutz: Sie stellt sicher, dass im Fehlerfall (z. B. Isolationsversagen) gefährliche Berührungsspannungen sicher abgeleitet werden und die Schutzeinrichtung (z. B. Sicherung, RCD) auslöst. Die Funktionserdung (bzw. der Funktionspotentialausgleich) dient der Störungsfreiheit elektronischer Systeme und der EMV. Beide Erdungsarten nutzen in der Regel dieselbe Erdungsanlage, stellen aber unterschiedliche Anforderungen an Erdungswiderstand und Leitungsführung.
WIE WIRD DER ERDUNGSWIDERSTAND GEMESSEN UND WELCHE WERTE SIND GEFORDERT?
Der Erdungswiderstand wird in der Regel mit einem Erdungsmessgerät nach dem Sonden- oder Schleifenverfahren gemessen. Für die Ermittlung des spezifischen Bodenwiderstands kommt das Wenner-Verfahren mit vier Erdsonden zum Einsatz. Die Anforderungen an den Erdungswiderstand hängen vom Verwendungszweck ab: Für den Blitzschutz wird in der Regel ein Wert von ≤ 10 Ohm angestrebt, für Mittelspannungsstationen gelten die Vorgaben der DIN VDE 0101. Die Erstmessung und wiederkehrende Prüfungen sind normativ vorgeschrieben.
MUSS EINE ERDUNGSANLAGE REGELMÄSSIG GEPRÜFT WERDEN?
Ja. Die Prüfintervalle richten sich nach der Funktion der Erdungsanlage: Bei Blitzschutzanlagen gelten die Prüffristen nach DIN EN 62305–3 (Klasse I/II: jährlich Sicht, alle 1–2 Jahre umfassend; Klasse III/IV: alle 2 Jahre Sicht, alle 4 Jahre umfassend). Für elektrische Anlagen in Gebäuden sind Prüfungen nach DIN VDE 0100–600 (Erstprüfung) und DIN VDE 0105–100 (wiederkehrende Prüfung) vorgeschrieben. Die Prüfung umfasst Sichtprüfung, Durchgangsmessung und Erdungswiderstandsmessung.